Kleine Anfrage Was unternimmt die Landesregierung gegen Sprachschwierigkeiten in der Ausbildung?

In Niedersachsen befinden sich zunehmend Auszubildende mit Migrationshintergrund in dualen Ausbildungsverhältnissen, die aufgrund ihrer nicht ausreichenden Sprachkenntnisse Schwierigkeiten haben, den theoretischen Unterrichtsinhalten zu folgen und infolgedessen Gefahr laufen, die Abschlussprüfungen im theoretischen Bereich nicht zu bestehen.

In den Berufsschulen stellt der Anteil der Auszubildenden, die nicht über sichere Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, einen relevanten Anteil dar. Da die Sprache nicht nur prüfungsrelevant ist, sondern auch maßgeblich für die Wissensvermittlung im Ausbildungsbetrieb und in der Schule ist, sind flankierende Maßnahmen vor und während der Ausbildung notwendig. Sprache ist nach Überzeugung der Landesregierung nicht lediglich Mittel zur Abfrage prüfungsrelevanter Lerninhalte. Vielmehr spiegelt Sprache die berufliche Handlungsfähigkeit, die durch eine Prüfung nachzuweisen ist, gesondert wieder. Die berufliche Handlungsfähigkeit wird in § 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) als die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten definiert. Dazu gehören auch Kenntnisse der deutschen Sprache für die Kommunikation im Betrieb, mit Kunden und im Team. Um hier die bestehenden Herausforderungen zu meistern, gibt es verschiedene Maßnahmen und Initiativen von Bund, Land und der ausbildenden Wirtschaft.

So wurden z. B. von der ausbildenden Wirtschaft praktische Übersetzungshilfen für Fachvokabular zum Einsatz in der Werkstatt entwickelt. Im aktuellen Gesetzesentwurf zur Modernisierung des BBiG sollen die Möglichkeiten der Teilzeitberufsausbildung erweitert und auch genutzt werden können, um z. B. Sprachunterricht berufsbegleitend zu erhalten. Der für die Belange Geflüchteter zuständige Unterausschuss des Landesausschusses für Berufsbildung hat sich in der vergangenen Sitzung am 12.11.2018 mit der Problematik beschäftigt und gemeinsame Eckpunkte zur Sprachförderung beschlossen. Es wird u. a. empfohlen, dass Sprachunterricht im Kontext des Berufsschulunterrichts stattfinden soll und die Angebote unabhängig vom Aufenthaltsstatus bestehen sollen.

⇒ Die Anfrage im Detail sowie die Antwort der Landesregierung finden Sie auf dieser Seite oben rechts als Download.

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